


Plattdeutscher Blues und ein Blick zu den Engeln
Von ak Sonntags-Tipp, 22.03.2009 |
Die alten Balken der Diele im Kreismuseum Syke lernten das Staunen. Gewohnt ist das alte Gemäuer so manche plattdeutsche Aufführung, aber was Werner Willms und Günter Orendi mit ihrer "Weltmusik up Platt" mitbrachten, war auch für Hausherrn Dr. Vogeding absolutes Neuland. Rock und Blues mit eigenen Texten im ostfriesischen Platt zu verbinden hat Seltenheitscharakter und erinnert ein wenig an die Kölner Band "BAP" mit ihrem rheinischen Dialekt zur Musik fernab vom Karneval. |
Neue Mundartalben
Von Ulrich Joosten FOLKER! 1/2009 |
"All up Stee" heißt ein Album des Duos blau: - Günter Orendi und Werner Willms aus Ostfriesland - das aufhorchen lässt (Starfish Music CD 66668-2, www.starfishmusic.de, 14 Tracks; 59:29, mit plattdt. Texten). Fein ziselierte Gitarrenarbeit, dezent verfeinert von Klavier, Percussion, Sousaphone und E-Bass. Stilistisch von leichtem Reggae über akustischen Blues bis zum Chanson und Popsong gefächert, empfehlen sich die Lieder durch intelligente Texte und angenehme Stimmen. |
1. Ostfriesisches BardentreffenVon Kai EngelkeFOLKER! 6/2008 |
Ausgestattet mit einem ungewöhnlich umfangreichen
Instrumentarium agierten die beiden Musikanten Günter Orendi und Werner
Willms auf der Bühne mit viel Witz, Professionalität und Spielfreude. Folkblues,
Cajun, Tex-Mex, Reggae, Weltmusik und fröhliche regionale Identität: Für die Gruppe blau: total selbstverständlich. |
Platt-MuskantenVon Detlef Kolze Weser Kurier 16.11.2008 |
...jüst so as bi de Wöör un bi't Snacken un Schrieben
gifft dat ook neeje Leeder, de sik op Plattdüütsch in uuse Tieden rin wagen
doot. Door gifft dat to'n Bispill twee Lüüd, de mookt "Weltmusik op
platt", as se sülbens dat nöömt. Werner Willms un Günter Orendi heet se,
de ünner den Namen "Blau" jüst ehr CD "All up Stee" ruut
bröcht hebbt. De beiden sünd seker, dat se mit düsse Aart vun Musik op
plattdüütsch worraftig "wat Neejes" tostannen bröcht hebbt, un
doormit liegt se nich heel un deel verkehrt, dücht mi. Denn de Blau-Lüüd mookt nich mehr de oole plattdüütsche Schrammelmusik, de förwiss wat Schööns sien kann. Man se mutt ja nu nich pattu ook noch de tokamen hunnert Jahren alleen in uuse Ohren drieseln. Utprobeeren heet all so de groote Parool för dat Plattdüütsche, denn keen an't Afnibbeln is, de kann eegenlich nich mehr veel Unheel anrichten - dat is ja all door. He kann bloots bewiesen, dat he noch lebennig is un dat sien Bregen noch so goot funkscheneeren deit, dat em sogaar wat Neejes infallt.Willms un Orendi hebbt sik op düssen Padd mookt. Of dat nu na jeedeen sien Smack is, dat weet ik nich, man ik för mien Deel heff de mehrsten Saken op de CD geern anhöört un mi freut, dat ik mi to'n Bispill 'n paar schööne Blues-Töön mit plattdüütsche Wöör in miene Ohren puusten laten kunn. Wat mi an düsse Aart vun Musik gefallt, is dat beten wat Annere, dat Ruutjumpen ut de steenoolen Munsters vun't plattdüütsche Musikmoken. Jüst so as wi bi plattdüütsche Böker de Oogen open sparren schüllt, köönt wi ja denn un wenn ruhig maal so'n beten na annere Musik hen lüüstern. Villicht luurt bi düsse neejen Saken mehr Vergnögen, as'n sik dat vörstellen mag. |
Blues aus dem Norden in platt-deutscher MundartVon Christina Klinghagen Wümme-Zeitung, 12.04.2008 |
Auf den ersten Blick mag sich so mancher Musikfan
fragen, was denn bitteschön Blues mit der plattdeutschen Sprache zu tun hat.
Spätestens nach ihrem Auftritt bei der Worpsweder Session in der Kneipe „Zur
Kogge" dürfte das Duo blau: auch die letzten Zweifel an dieser stilistisch
ungewöhnlichen Interpretationsform ausgeräumt haben. Vor gut einem Jahr waren
die „Blaumänner" Werner Willms (Gitarre und Gesang) und Günter Orendi
(Schlagzeug) schon einmal bei Steve Westaways wöchentlichem Musikertreff zu
Gast und überzeugten jetzt erneut durch handgemachte Bluesrock-Songs in
plattdeutscher Mundart. So erlebte das Publikum dicht aneinander gedrängt
einen exklusiven Konzertabend, bei dem die nordischen Eigenkompositionen vom
Duo blau: besonderes Gehör fanden. |
Neje SpegelplatenVon Carl-Heinz Dirks Diesel - Dat Oostfreeske Bladdje 63/Vörjahr 2008 |
Un ehrgüstern kwamm'n Breev in't Huus mit Rock up
Platt. „Ik hebb dien Slötel verloren" heet de un is van „blau:" - un dat sünd
Werner Willms un Günter Orendi. Twee Oostfresen in Bremen, de bit nu engelse
Texten sungen hebben un nu overgaan sünd na hör oostfreesk Platt. blau: dat
is amerikaanske Rhythm-& Roots-Musik, de de Jungs 30 Jahr spöölt hebben,
un nu verbunnen mit Plattdüüts. Un Texten hebben de beid! „Heven is för de
Engels - man daar sitt noch dat Leven d'r vör". En Leed over dat sture Leven
froher up'd Fehn, dat geiht unner de Huud. Van blau: is wat to verwachten, se
arbeiden an hör eerste grote Spegelplaat up Platt, daar hebben wi'n Oog up. |
Der Ostfriesland-
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Ihr Konzept ist einfach und überzeugend: Egal ob eigene
Songs oder Fremdkompositionen, gesungen wird in ihrer Muttersprache
Plattdeutsch. In ihrem Fall ist das Platt ganz deutlich ostfriesisch geprägt. Das mutet zunächst ein wenig skurril an, macht aber Sinn. Die urwüchsige Direktheit einer Sprache, deren Sprechern man ja nachsagt, kein Wort zu viel zu verlieren, ist durchaus geeignet, Sachverhalte in der knappen Form eines Songs auf den Punkt zu bringen. Auch mit der Musik aus dem Süden der USA ver-trägt sich das Idiom der Friesen gut, denn beiden Kulturkreisen ist eine melancholische Grundhaltung nicht fremd. Dennoch merkt man Gitarrist Willms und Orendi, der mit den Füßen ein reduziertes Schlagzeug und mit dem Rest des Körpers ein mächtiges Sousaphon bedient, den Spaß an ihrer Sache an....sie haben mit ihrem sehr eigenwilligen Konzept eine kaum besetzte Nische gefunden. Außer dem längst vergessenen Hannes Flesner sowie Liedermachern wie Helmut Debus und Hannes Wader oder der nicht wirklich Platt singenden Blödelband Torfrock gibt es kaum jemanden, der diesen Dialekt mit populärer Musik verbindet. Was in anderen Landstrichen Künstlern wie BAP, Ringsgwandl oder Attwenger gelingt, das kann das Duo blau: mit seinen Mitteln ebenso. Musikalisch dreht sich nicht alles um den Blues, auch wenn er im Mittelpunkt steht. Man bedient sich beispielsweise auch bei Little Feat....oder Steve Miller und „macht" deren Songs „platt"... |
Felsgeröll in der KehleVon Astrid Hilbert Münstersche Allgemeine Zeitung, 17.05.2005 |
...Frontmann Werner Willms fährt Schlitten: Mit seinem
sehnsüchtig singenden Slide fasziniert er die Zuhörer. Nicht weniger groovie,
fesselt die Begleitung von Günter Orendi am Schlagzeug und aus dem
Sousaphone. Nicht nur musikalisch tritt die Band mit den Gästen in Kontakt. Sie kommentiert auch humorvoll die Atmosphäre und ihre Stücke und geht unmittelbar auf ihr Publikum ein. Die extrem tiefe, kraftvolle und laute Stimme des Bandleiters lässt die Melodien wie schweres Felsgeröll die Kehle hinauf rollen. Auch ruhige Stücke hat die Gruppe im Repertoire, aber den größten Teil des Abends lässt die Band es so richtig krachen. Jubelschreie und Pfiffe aus dem Publikum belohnen immer wieder die musikalische Leistung und das grandiose Entertainment. |
Verrückt nach mehr Resonanz
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..präsentierten im „Muddy´s" Roots-Musik vom Feinsten..
Ein schöner Abend wurde es denn auch....Es dominierten
kratzige Südstaaten-Klänge, mit dem leichten Touch von Natur-belassenheit.
Die Band blieb auch bei der Auswahl ihrer Musikinstrumente auf der natürlichen
Seite. „Handmade music", die ebenso in Trance zu versetzen vermöchte wie es
manche bunten Gestalten bei „Computermade music" beschwören. Die Zuhörer
wippten nicht bloß mit , klackten nicht nur mit den Fingern auf der
Tischplatte oder formten einige Worte mit den Lippen nach. Sie ließen sich
gefangen nehmen von Musik, die in den hiesigen Breiten wie keine andere von
Ferne und Freiheit schwärmt...an Werner Willms, Günther Orendi und Wolfgang
Feld lag es sicher nicht, dass sich nur eine eingefleischte Fan-Gemeinde ins
Muddy´s verirrte. Willms konnte mit seiner stattlichen Auswahl von vier
Gitarren..jedem Song das Quentchen Individualität einhauchen. Orendi spielte
Tuba mit der gleichen Intensität wie er seine Percussions bearbeitete und
schaffte mit seiner zweiten Stimme das nicht unwichtige Volumen der Songs.. |
Miniband mit MaximalwirkungVon Christian Emigholz Weser-Kurier, 23.2.03 |
....sicher nicht zu nahe treten, wenn man behauptet,
ein wenig habe der große Taj Mahal, und zwar in seinen beseelten Dialogen mit
dem Tuba-Virtuosen Howard Johnson, Pate bei ihrem Projekt gestanden.
Schließlich gehört mit „Cakewalk into Town" einer von Mahals Lieblingen zum
festen Repertoire der flexiblen Band, die mal als Duo, mal als Trio, mal
akustisch, mal verstärkt auftreten kann. (Sie)..besteht..aus dem Gitarristen und Slide-Spezialisten Werner Willms, der auch für den Gesang zuständig ist, und Günter Orendi, der ins mächtige Sousaphon tutet, ein bißchen trommelt und die zweite Gesangsstimme beisteuert..Das Repertoire dieser Miniband mit Maximalwirkung besteht aus Blues, Ragtime und Swing, fein aufgemischt mit flirrendem Hawaiifolk, einer Prise Tex-Mex und gewissen Rootsrock-Anleihen.. |